Zum Inhalt springen
Elyes FerchichiWebdesign Bremen

Ratgeber

Gastronomie

Website für Restaurant: Die Checkliste mit 14 Punkten

Gäste suchen ein Restaurant am Handy, meist hungrig und in Eile. Eine Website muss in Sekunden drei Fragen beantworten: Habt ihr offen, was gibt es, wie komme ich hin? Diese Checkliste geht die 14 Punkte durch, die eine Restaurant-Website braucht.

von Elyes Ferchichi 8 Min. Lesezeit
Restaurant-Eingang mit Holztür, Tafel für Öffnungszeiten und Olivenbaum

Worauf es bei einer Restaurant-Website ankommt

Die meisten Restaurant-Websites werden am Handy aufgerufen, oft direkt aus Google Maps heraus. Der Gast will in dem Moment keine Geschichte lesen.

Er will wissen, ob Sie offen haben, was es kostet und ob er einen Tisch bekommt. Alles andere ist zweitrangig.

Ich habe mehrere Gastro-Seiten gebaut, darunter ein Bestellsystem für eine Pizzeria und ein Konzept für eine Baklava-Manufaktur mit Shop. Aus dieser Arbeit stammt die folgende Liste.

Sie ist nach Wichtigkeit sortiert: Die ersten Punkte entscheiden, ob ein Gast kommt. Die letzten entscheiden, ob Sie Ärger bekommen.

Wenn Sie eine bestehende Seite prüfen wollen, gehen Sie die Punkte am Handy durch, nicht am Bürorechner. Was Sie unter Webdesign für Gastronomie an Beispielen sehen, folgt genau dieser Reihenfolge.

Die ersten Punkte entscheiden, ob ein Gast kommt. Die letzten entscheiden, ob Sie Ärger bekommen.

Punkt 1 bis 3: Öffnungszeiten, Speisekarte, Preise und Allergene

1. Öffnungszeiten prominent. Nicht im Footer, nicht auf einer Unterseite, sondern im ersten Bildschirm.

Am besten mit einem Live-Status: „Jetzt geöffnet, bis 22 Uhr“ oder „Heute Ruhetag“. Feiertage und Urlaub pflegen Sie an einer Stelle, und die Seite rechnet den Status selbst aus. Wer erst nach dem Anruf erfährt, dass Ruhetag ist, kommt kein zweites Mal.

2. Speisekarte als HTML, nicht als PDF. Ein PDF muss am Handy heruntergeladen, gezoomt und geschoben werden.

Google liest den Inhalt schlecht, und Sie selbst müssen bei jeder Preisänderung ein neues Dokument hochladen. Eine Karte als normale Webseite ist lesbar, durchsuchbar und mit Menü-Strukturdaten für Google auszeichenbar. Das PDF können Sie zusätzlich zum Ausdrucken anbieten.

3. Preise und Allergene. Preise gehören auf die Karte, ohne Preise wirkt ein Restaurant teurer als es ist.

Allergene und Zusatzstoffe müssen Sie ohnehin kennzeichnen. Auf der Website lösen Sie das mit kleinen Kürzeln hinter dem Gericht und einer Legende, oder mit einem Filter „vegetarisch, vegan, glutenfrei“.

Speisekarte auf einem dunklen Holztisch mit Wasserglas

Punkt 4 und 5: Reservierung und Bestellung

4. Reservierung. Ein Telefonlink reicht für den Anfang, muss aber als klickbare Nummer angelegt sein.

Besser ist ein kurzes Formular: Datum, Uhrzeit, Personenzahl, Name, Telefon. Die Anfrage landet bei Ihnen per Telegram oder E-Mail, und Sie bestätigen. Ein vollautomatisches Buchungssystem lohnt sich erst ab einer gewissen Größe.

5. Bestellung und Lieferung. Wenn Sie liefern oder Abholung anbieten, entscheidet dieser Punkt über Ihre Marge.

Lieferportale nehmen einen Anteil jeder Bestellung. Ein eigenes Bestellsystem auf Ihrer Website kostet einmalig und dann nur noch die Zahlungsgebühren.

Wie so etwas aussieht, zeigt mein Bestellsystem-Prototyp mit Warenkorb, Online-Zahlung und Kassenanbindung. Was gegen die Abhängigkeit von Portalen spricht, habe ich unter Lieferando-Alternative: eigene Website zusammengefasst.

Wichtig bei beiden Punkten: Die Öffnungszeiten-Logik muss greifen. Wer um 23 Uhr bestellen kann, obwohl die Küche zu ist, schreibt eine schlechte Bewertung.

Punkt 6 und 7: Anfahrt, Kontakt und Fotos

6. Anfahrt und Kontakt. Adresse als Text, nicht nur als Karte, damit sie kopierbar ist.

Dazu ein Routen-Link, der direkt die Navigation am Handy öffnet, und Hinweise zu Parkplätzen oder Haltestellen. Die Karte selbst binden Sie mit einer Zwei-Klick-Lösung ein, damit beim Seitenaufruf keine Daten an Google fließen. Telefon und E-Mail als klickbare Links.

7. Fotos. Eigene Fotos schlagen jedes Stockbild.

Drei Motive reichen: der Raum, zwei bis drei Gerichte, das Team oder der Inhaber. Die Bilder müssen komprimiert sein.

Bei meinen Projekten reduziere ich Fotos regelmäßig um 80 Prozent und mehr, etwa von 2 MB auf 400 KB pro Bild, ohne sichtbaren Qualitätsverlust. Ein Handyfoto im Originalformat auf der Startseite ist der häufigste Grund für eine langsame Gastro-Website.

  • Adresse kopierbar, Routen-Link, Parken und ÖPNV
  • Karte nur mit Zwei-Klick-Einbindung
  • Telefon und E-Mail klickbar
  • Eigene Fotos: Raum, Gerichte, Menschen; alle komprimiert als WebP

Punkt 8 und 9: Google Business Profil und Bewertungen

8. Google Business Profil. Für ein Restaurant ist das Profil in Google Maps oft wichtiger als die Website selbst.

Öffnungszeiten, Adresse, Telefonnummer und Speisekarten-Link müssen dort exakt mit der Website übereinstimmen. Abweichungen kosten Vertrauen bei Gästen und bei Google.

Verlinken Sie im Profil auf die Speisekarte und auf die Reservierung, nicht nur auf die Startseite.

9. Bewertungen. Zeigen Sie echte Bewertungen auf der Website, mit Datum und Quelle.

Erfinden Sie keine, das fällt auf und ist unzulässig. Ein Link „Bewerten Sie uns bei Google“ am Ende der Seite und auf der Rechnung bringt mehr als jede Werbung.

Auf negative Bewertungen antworten Sie sachlich, das lesen die nächsten Gäste mit.

Mehr dazu, wie Website und Profil zusammenspielen, finden Sie unter SEO und Google Business Profil.

Punkt 10 bis 12: Instagram, Ladezeit und mobile Darstellung

10. Instagram-Anbindung, aber DSGVO-konform. Das offizielle Instagram-Widget lädt Skripte von Meta und überträgt Daten der Besucher, bevor diese zustimmen konnten.

Die saubere Lösung: Sie zeigen ein statisches Raster aus Ihren eigenen Bildern, das auf Ihr Profil verlinkt. Es lädt schneller, sieht gleich aus und braucht keinen Cookie-Banner.

11. Ladezeit. Ein Gast mit schlechtem Empfang vor dem Lokal wartet nicht fünf Sekunden.

Komprimierte Bilder, lokal eingebundene Schriften, kein Video im Hintergrund, keine zehn Plugins. Messen Sie Ihre Seite mit Google PageSpeed Insights – das Werkzeug ist kostenlos und zeigt Bildgewicht und Ladezeit an.

12. Mobil zuerst. Das heißt nicht nur „passt sich an“, sondern: Tasten groß genug für den Daumen, Telefonnummer oben rechts, Speisekarte ohne Zoomen lesbar, keine Pop-ups, die man am Handy nicht wegklicken kann. Testen Sie jede Änderung am echten Gerät.

Gast mit Smartphone vor einem kleinen Restaurant mit Außenplätzen

Punkt 13 und 14: Impressum, Datenschutz und Barrierefreiheit

13. Impressum und Datenschutz. Beides ist Pflicht für jede geschäftliche Website, auch für ein kleines Café.

Im Impressum stehen Name, Anschrift, Kontakt und je nach Rechtsform Register und Umsatzsteuer-ID. Die Datenschutzerklärung muss zu dem passen, was die Seite tatsächlich tut: Kontaktformular, Reservierung, Karte, Bestellsystem mit Zahlungsanbieter.

Wer Bestellungen annimmt, braucht zusätzlich AGB und Widerrufshinweise. Was technisch dahintersteckt, steht in der DSGVO-Checkliste für Websites.

14. Barrierefreiheit. Ausreichender Kontrast, lesbare Schriftgrößen, Alt-Texte für Bilder, Bedienung per Tastatur.

Das hilft nicht nur Menschen mit Einschränkungen, sondern jedem, der die Karte bei Sonne auf dem Handy liest. Seit dem 28. Juni 2025 gilt außerdem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.

Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind davon ausgenommen. Trotzdem gilt: Ein Online-Bestellsystem, das mit Tastatur und Screenreader bedienbar ist, ist einfach das bessere Produkt.

Die häufigsten Fehler auf Restaurant-Websites

Aus den Seiten, die ich mir für Konzepte angeschaut habe, wiederholen sich immer dieselben Probleme. Die gute Nachricht: Alle sind an einem Nachmittag behebbar.

Ein Fehler verdient einen eigenen Absatz, weil er am meisten kostet: die Seite, die seit Jahren nicht angefasst wurde. Alte Öffnungszeiten, ein Gericht, das es nicht mehr gibt, eine Weihnachtsaktion im Mai.

Gäste lesen daraus, dass der Betrieb sich nicht kümmert. Planen Sie feste Termine ein, an denen Karte, Zeiten und Fotos geprüft werden, oder lassen Sie das im Rahmen einer Website-Wartung erledigen.

  • Öffnungszeiten stimmen nicht mit Google überein oder fehlen ganz
  • Speisekarte als 8-MB-PDF, aufgenommen mit dem Handy
  • Telefonnummer als Text statt als klickbarer Link
  • Hintergrundvideo oder Slider, der die Ladezeit verdoppelt
  • Google Maps und Instagram-Widget laden ohne Einwilligung
  • Google-Schriften direkt vom Google-Server
  • Stockfotos von Gerichten, die es bei Ihnen gar nicht gibt
  • Kein Impressum oder eine Datenschutzerklärung aus dem Generator, die nicht zur Seite passt
  • Reservierung nur über ein Lieferportal, das die Gäste dann auch zu den Nachbarn schickt

Alte Öffnungszeiten, ein Gericht, das es nicht mehr gibt, eine Weihnachtsaktion im Mai. Gäste lesen daraus, dass der Betrieb sich nicht kümmert.

Checkliste zum Abhaken

Zum Schluss alle 14 Punkte in Kurzform. Wenn Sie mehr als drei davon nicht abhaken können, lohnt sich ein Neuaufbau meist mehr als das Flicken.

Wie ein solcher Neuaufbau bei mir abläuft, steht unter Website erstellen lassen, für Gastronomie mit passenden Beispielen unter Webdesign für Restaurants und Cafés.

0 von 14 Punkten abgehakt

Nachgefragt

Häufige Fragen

Was muss auf eine Restaurant-Website?

Mindestens: Öffnungszeiten im ersten Bildschirm, Speisekarte mit Preisen als Webseite, Adresse mit Routen-Link, klickbare Telefonnummer, Reservierungsmöglichkeit, eigene Fotos sowie Impressum und Datenschutzerklärung.

Speisekarte als PDF oder als Webseite?

Als Webseite. Sie ist am Handy ohne Zoomen lesbar, wird von Google erfasst und lässt sich in Minuten ändern. Ein PDF können Sie zusätzlich zum Ausdrucken anbieten.

Brauche ich ein eigenes Bestellsystem oder reicht ein Lieferportal?

Portale bringen Reichweite, kosten aber einen Anteil jeder Bestellung. Ein eigenes System auf Ihrer Website kostet einmalig und danach nur die Zahlungsgebühren. Viele Betriebe nutzen beides und leiten Stammgäste auf die eigene Seite.

Darf ich mein Instagram-Profil auf der Website einbinden?

Ja, aber nicht mit dem offiziellen Widget, das ohne Einwilligung Daten an Meta überträgt. Ein statisches Bildraster mit Link zu Ihrem Profil ist datenschutzfreundlich und lädt schneller.

Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für mein Restaurant?

Das BFSG gilt seit dem 28. Juni 2025 unter anderem für Online-Shops und digitale Dienstleistungen. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragen Sie Ihre IHK oder einen Anwalt.