Ratgeber
BaukastenWix, Jimdo oder eigene Website? Eine faire Gegenüberstellung
Baukästen wie Wix und Jimdo sind schnell und günstig gestartet, haben aber Grenzen bei Ladezeit, Datenschutz und Besitz. Dieser Ratgeber zeigt fair, wann ein Baukasten reicht und wann eine eigene Website die bessere Wahl ist.

Die kurze Antwort
Ein Baukasten ist die richtige Wahl, wenn Sie schnell eine einfache Seite brauchen, gern selbst Hand anlegen und die Website für Ihr Geschäft nicht entscheidend ist. Eine eigene Website ist die richtige Wahl, wenn die Seite Anfragen bringen soll, Sie nicht selbst bauen wollen und Sie die Seite dauerhaft besitzen möchten.
Ich baue Websites. Trotzdem empfehle ich in manchen Gesprächen einen Baukasten, weil er für den Zweck reicht. Diese Gegenüberstellung soll Ihnen helfen, das für Ihren Fall selbst zu beurteilen, ohne Verkaufsdruck.
Wann ein Baukasten sinnvoll ist
Wix, Jimdo, Squarespace und ähnliche Anbieter haben ihre Berechtigung. Sie sind in Stunden startklar, das Hosting ist enthalten, und Sie brauchen keinen Dienstleister. Für diese Fälle ist das oft die bessere Lösung:
- Sie brauchen eine Seite für ein zeitlich begrenztes Projekt, etwa eine Veranstaltung oder ein Nebengewerbe zum Ausprobieren.
- Sie haben mehr Zeit als Budget und Spaß daran, sich einzuarbeiten.
- Die Seite ist eine digitale Visitenkarte: Wer Sie sind, was Sie anbieten, wie man Sie erreicht. Kein Vertrieb über die Seite.
- Sie wollen häufig selbst Texte und Bilder ändern und möchten dafür niemanden fragen.
- Sie sind sich noch nicht sicher, ob das Geschäft läuft, und wollen erst später investieren.

Die Nachteile von Baukästen
Die Nachteile zeigen sich meist nicht am Anfang, sondern nach ein bis zwei Jahren. Das sind die Punkte, die ich in Gesprächen am häufigsten höre:
- Laufende Kosten: Ein brauchbarer Tarif mit eigener Domain und ohne Werbung liegt bei Wix, Jimdo oder Squarespace bei ca. 145 bis 200 Euro im Jahr, Business-Tarife deutlich darüber (trusted.de, 2026). Das zahlen Sie dauerhaft. Nach fünf Jahren sind das ca. 750 bis 1.000 Euro, ohne dass Ihnen etwas gehört.
- Ladezeit: Baukästen laden viel Code, den Ihre Seite nicht braucht, weil das System alle Funktionen für alle Kunden mitbringt. Am Handy mit schwachem Empfang merkt man das. Google merkt es auch.
- DSGVO-Fallstricke: Manche Baukästen laden Schriften, Skripte oder Bilder von Servern außerhalb der EU oder binden Tracking ein, das Sie nicht abschalten können. Sie sind als Betreiber verantwortlich, haben aber wenig Kontrolle. Prüfen Sie den Anbieter und die Vertragsgrundlagen zur Auftragsverarbeitung. Details in der DSGVO-Checkliste für Websites.
- Lock-in: Sie können die Seite nicht mitnehmen. Ein Export ist bei den meisten Anbietern nicht oder nur als Textinhalt möglich. Wer wechseln will, baut neu.
- Design-Grenzen: Vorlagen sehen gut aus, bis man etwas ändern will, das die Vorlage nicht vorsieht. Dann wird es entweder unmöglich oder unschön. Individuelle Abläufe wie ein Bestellsystem mit Kassenanbindung sind nicht vorgesehen.
- Eigenarbeit: Die Seite ist nur so gut wie die Zeit, die Sie investieren. Viele Baukasten-Seiten bleiben halb fertig, weil das Tagesgeschäft vorgeht.
Die Vorteile einer eigenen Website
Mit „eigener Website“ meine ich eine Seite, die für Sie gebaut wird und deren Code, Domain und Inhalte Ihnen gehören. Das kann eine schlanke HTML-Seite sein oder eine moderne Anwendung, je nach Bedarf.
Der Unterschied zum Baukasten liegt weniger in der Optik als in dem, was unter der Oberfläche passiert.
- Besitz: Code, Domain und Inhalte gehören Ihnen. Sie können den Hoster wechseln, den Dienstleister wechseln oder die Seite selbst weiterentwickeln lassen.
- Performance: Es wird nur geladen, was die Seite braucht. Bilder als WebP, Schriften selbst gehostet, kein Fremdcode. In meinen Projekten sind Bilder nach der Optimierung regelmäßig um 80 Prozent und mehr kleiner als das Original.
- SEO: Saubere Struktur, eine H1 pro Seite, korrekte Meta-Daten, strukturierte Daten für Google. Das lässt sich in Baukästen nur eingeschränkt steuern. Mehr unter SEO aus Bremen.
- Datenschutz: Schriften self-hosted, Karten erst nach Klick, Analytics ohne Weitergabe an Dritte. Sie wissen genau, welche Daten wohin gehen, weil nichts Unbekanntes eingebunden ist.
- Funktionen ohne Grenzen: Bestellsystem, Buchung, Mehrsprachigkeit mit Rechts-nach-links-Schrift, Kassenanbindung, Telegram-Benachrichtigung. Was Sie brauchen, wird gebaut, nicht gesucht.
- Keine Dauermiete: Nach dem Festpreis fallen nur Domain und Hosting an, je nach Anbieter ca. 5 bis 30 Euro im Monat. Wartung ist optional, siehe Website-Wartung.
Vergleich auf einen Blick
Die Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen. Die Kostenangaben sind Marktbeobachtungen mit „ca.“, keine Preisliste.
Was eine individuelle Website konkret kostet, erkläre ich im Ratgeber Was kostet eine Website?.
| Kriterium | Baukasten (Wix, Jimdo) | Eigene WebsiteEmpfehlung |
|---|---|---|
| Startkosten | Gering, oft 0 € mit Werbung | Einmalig, Festpreis |
| Laufende Kosten | ca. 145–200 € pro Jahr dauerhaft | Domain + Hosting, ca. 5–30 € pro Monat |
| Zeitaufwand für Sie | Hoch, Sie bauen selbst | Gering, Sie liefern Inhalte |
| Design | Vorlage, begrenzt anpassbar | Individuell für Ihren Betrieb |
| Ladezeit | Mittel bis langsam | Schnell, nur nötiger Code |
| SEO-Kontrolle | Eingeschränkt | Vollständig |
| Datenschutz | Abhängig vom Anbieter | Vollständig steuerbar |
| Besitz und Wechsel | Nein, kein Export der Seite | Ja, Code und Domain gehören Ihnen |
| Sonderfunktionen | Nur was der Anbieter vorsieht | Alles, was gebaut werden kann |
| Änderungen später | Selbst, jederzeit | Selbst oder per Auftrag, je nach Aufbau |
Was viele unterschätzen: die eigene Zeit
Der größte versteckte Posten beim Baukasten ist nicht der Jahrestarif, sondern Ihre Zeit. Eine ordentliche Seite mit Texten, Bildern, Impressum, Datenschutz und mobiler Prüfung braucht auch mit Vorlage schnell 20 bis 40 Stunden.
Rechnen Sie das mit Ihrem Stundensatz durch. Bei vielen Selbstständigen ist das Ergebnis höher als ein Festpreis vom Webdesigner.
Dazu kommt die Qualität. Ein Baukasten macht keine Fehler, aber er verhindert auch keine.
Ob die Seite mobil gut aussieht, ob die Kontaktaufnahme leicht ist, ob Google die Seite versteht, das entscheidet sich in Details, die man kennen muss. Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre bestehende Seite abschneidet, schaue ich sie mir kostenlos an und sage Ihnen, was sich lohnt.
Und es gibt einen dritten Punkt: die Frage, wer nach dem Start weitermacht. Beim Baukasten sind Sie das.
Neue Fotos, geänderte Öffnungszeiten, ein zusätzlicher Abschnitt, jedes Mal müssen Sie sich wieder in das System hineinfinden. Bei einer eigenen Website können Sie das selbst tun, wenn die Seite dafür gebaut ist, oder Sie schreiben mir eine Nachricht und es ist am nächsten Tag erledigt.
Beides ist in Ordnung, aber Sie sollten vorher entscheiden, welches Modell zu Ihrem Alltag passt.

Ein Baukasten macht keine Fehler, aber er verhindert auch keine.
Entscheidungshilfe in fünf Fragen
Beantworten Sie diese Fragen ehrlich. Je öfter Sie „ja“ sagen, desto eher lohnt sich eine eigene Website.
- Soll die Website Anfragen, Bestellungen oder Buchungen bringen, nicht nur informieren?
- Wollen Sie die Seite länger als zwei Jahre betreiben?
- Haben Sie weder Zeit noch Lust, sich in ein Baukasten-System einzuarbeiten?
- Brauchen Sie Funktionen wie Bestellsystem, Buchung, Mehrsprachigkeit oder Kassenanbindung?
- Ist es Ihnen wichtig, dass Ihnen die Seite gehört und Sie den Anbieter wechseln können?
Umzug vom Baukasten: geht das?
Ja, und es passiert häufig. Texte und Bilder lassen sich übernehmen, die Domain zieht mit.
Der Rest wird neu gebaut, in der Regel besser strukturiert, weil man beim zweiten Mal weiß, was gefehlt hat. Wichtig ist, dass alte Adressen auf die neuen weiterleiten, damit Google-Rankings und Links nicht verloren gehen.
So läuft ein Umzug bei mir ab: Zuerst sichere ich alle Inhalte und notiere jede bestehende Adresse. Dann entsteht die neue Seite parallel zur alten, sodass Ihr Betrieb keinen Tag ohne Website ist.
Erst wenn die neue Seite fertig und geprüft ist, wird die Domain umgestellt und die Weiterleitungen werden aktiv. Den Baukasten-Tarif kündigen Sie zum Ende der Laufzeit, nicht vorher.
Wenn Sie mit einer Baukasten-Seite gestartet sind und jetzt merken, dass sie zu langsam ist, nicht gefunden wird oder Anfragen ausbleiben, ist das kein Fehler. Es war der richtige erste Schritt.
Der zweite ist eine Seite, die für Sie arbeitet. Wie ich dabei vorgehe, steht unter Website erstellen lassen.
Es war der richtige erste Schritt. Der zweite ist eine Seite, die für Sie arbeitet.
Nachgefragt
Häufige Fragen
Ist Wix DSGVO-konform?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wix bietet Vertragsgrundlagen zur Auftragsverarbeitung an, aber Sie als Betreiber müssen prüfen, welche Dienste, Schriften und Tracking-Elemente Ihre Seite lädt und ob Ihre Datenschutzerklärung dazu passt. Bei einer eigenen Website steuern Sie das vollständig selbst.
Was kostet ein Baukasten wirklich?
Kostenlose Tarife zeigen Werbung und erlauben keine eigene Domain. Brauchbare Tarife liegen bei Wix, Jimdo oder Squarespace bei ca. 145 bis 200 Euro im Jahr, Business- und Shop-Tarife deutlich darüber (trusted.de, 2026). Dazu kommt Ihre Arbeitszeit für den Aufbau.
Kann ich eine Wix- oder Jimdo-Seite später mitnehmen?
Die Seite selbst nicht. Ein Export des Designs und der Struktur ist bei den gängigen Baukästen nicht vorgesehen. Texte und Bilder können Sie sichern, die Domain können Sie umziehen. Der Rest wird neu gebaut.
Ist eine eigene Website nicht viel teurer als ein Baukasten?
Einmalig ja. Über mehrere Jahre gerechnet oft nicht, weil beim Baukasten Jahrestarif und Ihre eigene Arbeitszeit zusammenkommen. Entscheidend ist aber weniger der Preis als die Frage, ob die Seite Anfragen bringen soll. Dann zahlt sich die individuelle Seite in der Regel aus.
Kann ich bei einer eigenen Website später selbst Texte ändern?
Das hängt vom Aufbau ab. Für Seiten, bei denen sich Inhalte oft ändern, baue ich die Inhalte so, dass sie ohne Programmierung gepflegt werden können. Für kleine Seiten, die selten geändert werden, ist eine Änderung per Auftrag oft günstiger als ein eigenes Redaktionssystem.
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